Am Mittwoch Morgen bereits machten wir uns aus Stuttgart auf den Weg nach Lödersdorf. Wie vor jedem Event in dieser Saison war die Vorfreude groß all die wiederzusehen, mit denen man dieses Jahr schon so viel Zeit verbracht hat. Ausserdem war die Wettervorhersage vielverprechend: Endlich ein komplett trockenes Event (Anmerkung: Ich war nicht beim Almabtrieb).
Gute 9 Stunden nach Abfahrt in Lödersdorf angekommen, wurden wir herzlich von den Orga-Jungs und Locals rund um Flo Wagner und Felix Rupitsch empfangen, die noch fleißig an den Obstacles neben der Stecke für den Slopestyle Contest zimmerten. Wir haben nicht schlecht gestaunt als wir gesehen haben, was die Jungs alles angeschleppt oder selber gebaut hatten um die Teilnehmer beim Slopestyle Contest auf deren Fähigkeiten zu testen. Quarters, Kicker, eine Bank, diverse Funboxen und und und.
Zudem stand schon die Mini im Partyzelt, auf der wir uns dann mit den anderen Ankömmlingen am Abend vergnügten. Die Freiburger Connection bestehend aus Alfred, Koffer und Benjamin wurden ebenfalls noch in Empfang genommen und dann gings auch bald ins Zelt zum Fitschlafen.

Am Donnerstag ging es dann los mit den Freerides. Mit Mittagspause und gut 80 Skatern die am Event teilgenommen haben, kamen wir viel zum skaten und hatten mindestens 15 Runs. Das war unter anderem auch der Verdienst des fixen Traktor-Shuttles mit einer 12 Meter Ladefläche, das extra für das Event gebaut wurde.

picture by Paul Brosig - GUDE photographypicture by Paul Brosig – GUDE photography

Generell war die Gemeinde vor Ort sehr im Event involviert. Morgens haben die Ortsdamen das Frühstück gerichtet, Mittags gab es eine riesen Auswahl an Gerichten von Pommes über Kürbissuppe bis hin zum veganen Schnitzel im „Gebäck“ (dt. Brötchen). Abends wurde von den gleichen Damen und deren Gatten dann fleißig Alkohol (und auch die Grundlage dafür) an die durstige Skater-Meute und die örtlichen Feiergästen verteilt.
Donnerstag Abend wurden dann auch gleich mal einige der Obstacles auf der Strecke angetestet, bis es dann zu dunkel wurde und die Masse sich wieder im Partyzelt und in / vor der Miniramp wiederfand. Schön war auch zu sehen, dass neben den lokalen Feiergästen auch einige, nicht Langbrettfahrende Skater aus dem Ort zu uns fanden, ordentlichst die Mini rockten und am Samstag dann auch einige Preise beim Contest abstaubten. Aber alles der Reihe nach…

picture by Leon KutznerSlopestyle Track – picture by Leon Kutzner

Freitag. Race-to-Qualify Day. Das Fahrerfeld war, trotz Fehlen des vorher schon feststehenden Deutschen Meisters Sebastian Hertler, qualitativ sehr hoch, so dass es schon in der Quali einige interessante Duelle zu sehen gab. Neben einigen anderen Fahrern konnte unser Hackbrett TMR Jakob Raab alle seine Qualiruns gewinnen und sicherte sich damit eine perfekte Ausgangssituation für den nächsten Tag. Meine Wenigkeit sammelte mit 3 ersten und 2 zweiten Plätzen insgesamt 44 Quali-Punkte.
Am Abend wurde es dann noch mal richtig interessant, als es zum Slopestyle Contest in die S-Kurve ging. Nicht nur hatten die Jungs für alle Obstacles gesorgt, nein, sie haben auch mit Hilfe der örtlichen Feuerwehr ein Notstromaggregat und Strahler organisiert mit denen sie die Strecke beleuchten konnten. Die 2 Streetskater waren auch wieder mit von der Partie wobei einer von ihnen (Samu aus Graz) sich mit einem Benihana den Preis für den „Best Trick“ sicherte.

Samu picture by Markus KnoblechnerSamu – picture by Markus Knoblechner

Die „Best Combo“ zeigte unser Freund und österreichischer Sunnyboy Nico Nührig, der am Wochenende mal wieder zeigte, dass er einfach alles skaten kann. Chris „Mr. Brachial“ Schmalz aus Ravensburg zeigte einige Highspeed Toesides, 360 und Bluntslides und staubte den ersten Platz in der Kategorie „Best Slide“ ab.

Chris – picture by Paul Brosig – GUDE photography

Am nächsten Morgen gings nach dem Frühstück mit den ersten Runden in den Disziplinen „Buttboard“, „Juniors“ und „Damen“ los. Die ersten Freerides durften auch wieder starten und für die kommenden Race-Heats nochmal die Strecke verinnerlichen. Die Buttboarder starteten in der ersten Runde mit einem „Le-Mans-Start“, was einige Lacher mit sich brachte:

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Im Finale konnte Gerrit „Gago“ Geiger, der schon beim letzten Rennen in Insul zeigte, dass er nicht nur im Stehen schnell unterwegs ist, seiner Favoritenrolle gerecht werden. Das Podium komplettierten die Locals Matthias Mögele (2.) und Jürgen Gritzner (3.). Vierter wurde Nicola Nührig.

Jakob im Buttboard Semi-Finale – picture by Paul Brosig – GUDE photography

Die Juniors waren mit nur 5 Startern vertreten. Daher gab es ein großes Finale, das unser Stuttgarter Young Gun und DLL Junior Meister Pan Diemer vor dem ebenfalls Stuttgarter Pedro Dederer gewann. Dritter bei den Juiors wurde Julian Marksteiner.

Vor der Mittagspause qualifizierten sich außerdem Tina Zobel, Dana Schitter, Sabine Schneider und Jennifer Schauerte für das Finale der Damen.

Beim Mittagessen war die Anspannung unter einigen Fahrern deutlich zu spüren, ich selber wollte unbedingt ins Viertelfinale, wusste aber, dass ich mit Georg Mekisch und Paul Brosig auf zwei Fahrer im Achtelfinale treffe, die es in sich haben. Die Heats starteten und es gab erstmal keine großen Überraschungen. Das Team Hackbrett um Jakob und mich gewann seine ersten beiden Heats und traf dann im Viertelfinale, zusammen mit Georg Mekisch und Patrik Orlainsky, aufeinander. Wir setzten uns auch in dieser Runde durch und standen zusammen im 1. Halbfinale mit Quirin Ilmer und Nicola Nührig. Das 2. Halbfinale wurde gestellt von Gerrit Geiger, Yannick Gladow, Flo Wagner und Jürgen Gritzner. Im 2. Halbfinale konnten sich Yannick und Jürgen durchsetzen. In unserem Halbfinale kam es zu einer kleinen – für mich perfekten – Überraschung, nachdem Nico und Jakob das Gemüse küssten und ich mit Qui im Finale stand.

Beste Stimmung im S vor den Finalläufen – picture by Leon Kutzner

Vor dem Finale der Open Class ging dann auch noch das Finale der Damen runter. Tina Zobel pushte schön vorne weg, dicht gefolgt von Dana und Sabine. Mit einigen Metern Vorsprung gingen die zwei Führenden in die S-Kurve, in deren Ausgang Local Dana die bessere Linie erwischte, an Tina vorbeiziehen konnte und sich den Sieg sicherte. Sabine Schneider wurde 3., gefolgt von Jenny Schauerte.

Dana und Tina im Damen Finale – picture by Leon Kutzner

Im Finale kam Qui mit seinem Pferde-Push wie gewohnt gut vom Start weg, gefolgt von Yannick, Jürgen und mir. Nachdem Jürgen die 2. Kurve nicht ideal fuhr, konnte ich mich kurzzeitig auf den 3. Platz vorschieben, den ich dann aber wieder abgeben musste, als ich mit zu viel Risiko ins S fuhr und raus rutschte. Qui fuhr das Ding also sicher nach Hause, gefolgt von Yannick und Jürgen.

Finale – picture by Markus Knoblechner

Das kleine Finale gewann Jakob vor Nico, Flo und Gerrit.

picture by Leon Kutzner

Nach den Finals gab es noch 2 Freerideruns, bevor es zum Abendessen und Miniramp-Contest ins Partzelt ging. Hier glänzte der Lödersdorfer Erik und zeigte einige Tricks der Extraklasse. Verdient gewann er den letzten Wettbewerb des Wochenendes vor Nico Nührig.

Local und Miniramp-Contest Sieger Erik – picture by Paul Brosig – GUDE photography

Beste Stimmung unter allen Skatern – picture by Paul Brosig – GUDE photography

Am Sonntag waren dann die meisten von der langen Party erschlagen. Das und das aufziehende schlechte Wetter, das die Bauern dazu zwang Ihre Ernte einzuholen, waren der Grund, dass die vorher angekündigte Downhill Bonanza ausfiel. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch, da das ganze lange Wochenende ein einziger Erfolg war.

Ich möchte mich hier nochmal ausdrücklich bei allen Leuten bedanken, die das Event zu dem Erfolg gemacht haben, das es am Ende war. Viele Runs, ausgelassene Stimmung, Skatemöglichkeiten ausserhalb der „Shuttle-Zeit“, ein Race-Director (Rico), der es wieder einmal verstand die perfekte Mitte zwischen Machenlassen und Ansagengeben zu treffen, die Anwohner / Bauern, die uns mit viel Gastfreundschaft und gutem Essen empfingen, die Orga-Jungs und Mädls, die viel Fleiß und Herzblut in das Event gesteckt haben und alle Skater die da waren und einfach Spaß an dem hatten, was wir so lieben.

Danke für die schöne Saison, auch an das Team Hackbrett, das mich in den letzten 2 Rennen unterstützt hat – auf dass wir nächstes jahr wieder viele solcher Familienfeste feiern dürfen!

Euer Sherlock 🙂

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PODIUM-SHOTS (by Markus Knoblechner):

Damen – vlnr. Tina Zobel (2.), Dana Schitter (1.), Sabine Schneider (3.).

Juniors – vlnr. Pedro Dederer (2.), Pan Diemer (1.),  Julian Marksteiner (3.).

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Open Class – vlnr. Jürgen Gritzner (3.), Quirin Ilmer (1.), Yannick Gladow (2.).

Ergebnisse:

https://docs.google.com/spreadsheets/d/1P666XpM_oSS1RjWxHEiFgR-8uLBQdT1SDxGC8Au-NBQ/edit?usp=sharing