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Wie es der Zufall so wollte sind nun in der Schopfheimerstraße gleich zwei Brettschmieden angesiedelt. Die Yellowfoot Buben ein paar Häuser weiter verfolgen die selbe Philosophie wie wir mit Hackbrett und lieben Qualität – nur werden dort Bretter fürs Wasser gebaut. Ist ja eigentlich ganz praktisch, das Rad muss ja nicht immer neu erfunden werden. Somit hat Yellowfoot jetzt Longboards im Lineup und wir dürfen euch feinste Surfbretter mit dem Hackbrett Label präsentieren.

Zwei surfbretter, zwei Longboards, ein Rampenspielzeug, Ersatzkanister, Sandschaufel, Baumgurt, Umlenkrolle, Ersatzteile, Werkzeug… Wie wird das erst wenn das Spielzeug vom Junior mitwächst?

Die Idee:

Als europäischer Festlandbewohner verbringt man in der Regel so wenig Zeit am Meer, dass man mit Paddelstrom eher unterversorgt ist. Das Longboard ist aus Platzgründen aber nicht immer eine Option beim Reisen. Daher musste für mich ein Brett her, dass kurz und handlich genug ist für alle arten von Trips. Gleichzeitig soll es noch gut angleiten, tauchbar sein und vor allem in einer großen Bandbreite an Wellen möglichst vielseitig surfbar sein. Die eierlegende Wollmilchsau mal wieder. Habt ihr was anderes erwartet?

In ein Swallowtail Custom von Yellowfoot hab ich mich bei der recherche verliebt und die Dudes konnten mit dem Konzept sofort was anfangen. Herausgekommen sind  2 Ausführungen, einmal als 30,6 Liter Brett mit den Maßen 6.3′ x 19 3/4“ x 2 1/4“ und als 33,1 Liter Brett mit den Maßen 6.3′ x 19 3/4“ x 2 1/2„. Das Volumen ist selbstverständlich unter die Brust verteilt, wo man es zum angleiten Braucht. Im vorderen Teil gibt es ordentlich Concave in der Lauffläche, hinten raus wird es ein „W“ mit zwei Channels. Die Konstruktion besteht aus einem hohlen Balsakern und ist mit Epoxy überzogen. Beide Varianten verfügen über 5 Finnen Optionen mit dem neuen FCS-System. Somit kann nach belieben zwischen Quad oder Thruster gewechselt werden.

Hier muss klar gesagt werden, dass ein solches Brett ein Produkt ist dem man mit einer gewissen Wertschätzung gegenüber stehen sollte. Da ist kein Plastik im Kern und auch bei den Klebstoffen achtet Yellowfoot auf Umweltverträglichkeit. So ein Brett begleitet einen sein ganzes Surferleben lang. Das rechtfertigt in jedem Fall den hohen Preis. Entsprechend haben wir auch die Optik schlicht und zeitlos gehalten.

 

Eindrücke aus der Yellowfoot Werkstatt:

Im Wasser:

Mangels Platz fürs Longboard hab ich mich für die 33,1L Variante entschieden, ansonsten hätte ich evtl. das dünnere Brett genommen. Mit 85kg Abtropfgewicht und 187cm Körpergröße gleitet die Keule super an und lässt sich entspannt paddeln. Ich war sehr angenehm überrascht wie schnell man vom Fleck kommt. Gefühlt liegt man etwas hoch im Wasser, das liegt an der steifen Konstruktion des Bretts. Im vergleich zu meinem 9.4′ Longboard sinkt die Wellenausbeute bei kleinen Bedingungen, dafür kämpft man wenn es schallert nicht gleich um sein Leben. Ein fairer Deal.

Gesurft bin ich die Planke von ca. 2 Fuß bis ordentlichüberkopf. Bei kleinen Wellen sind 3 Finnen das Mittel der Wahl. Damit ist das Brett immer noch carvig ausgelegt, lässt aber schnelle Manöver zu. Vier Finnen machen eigentlich erst sinn wenn es groß wird, da punktet das Setup dann mit klaren speedigen Lines. Beim tauchen merkt man den Auftrieb, kommt aber gut unter den Wellen durch. Das etwas höhere Gewicht im Vergleich zu einem Schaumkern Brett ist mir beim Fahren nicht aufgefallen, bzw. würde ich es schlichtweg in Kauf nehmen weil hergeben tu ich das Teil nicht mehr. Genau so habe ich mir das vorgestellt, ein Spielzeug wenn man Muße hat und ein Werkzeug wenn es drauf ankommt. Schön anzusehen im Wohnzimmer allemal und genau da hat es Zeitnah für die erste Planänderung gesorgt: Wir fahren dieses Jahr nochmal ans Meer…

Produktbilder: